Zahlen & Fakten / Versteuerter Zigarettenabsatz

Versteuerter Zigarettenabsatz

Der Absatz versteuerter Zigaretten ist in Deutschland seit 2002 um über 40% gesunken. Wurden 2002 noch 145,1 Mrd. Stück Zigaretten geraucht, betrug der Absatz im Jahr 2010 nur noch 83,6 Mrd. Gleichzeitig stieg der Anteil an nicht in Deutschland versteuerten Zigaretten rapide an.

Eine wesentliche Ursache dieser Entwicklung waren die zahlreichen Tabaksteuererhöhungen der vergangenen Jahre:

Im Zeitraum von 2002 bis 2005 wurde die Tabaksteuer insgesamt fünf Mal erhöht. Am 1. Januar 2002 und 2003 wurde die Tabaksteuer jeweils um 1 Cent/pro Zigarette erhöht. Damit sollten Maßnahmen zur Anti-Terror Bekämpfung finanziert werden. Dann folgte eine dreistufige Tabaksteuererhöhung: Im März und Dezember 2004 sowie im September 2005 waren dies jeweils 1,2 Cent pro Zigarette. Diese dreimalige Erhöhung diente zur Finanzierung von Teilen der Gesundheitsstrukturreform.

Des Weiteren kam es zu verschiedenen Konsumverschiebungen:

  • Ausweichen auf günstigere Tabakprodukte (z.B. Feinschnitt, wie sog. Drehtabak)
  • Billigeinkäufe von legaler und illegaler Ware im Ausland
  • Zunahme des illegalen Zigarettenhandels im Inland (z.B. Straßenverkauf)

Zukünftige Entwicklung: fünfstufige Erhöhung der Tabaksteuer 2011 bis 2015

 Ab 2011 hat die Bundesregierung erneut Tabaksteuererhöhungen beschlossen. Mit den erwarteten Mehreinnahmen erhofft sich der Bund einen Beitrag zur Konsolidierung des Staatshaushaltes. Geplant ist eine fünfstufige Tabaksteuererhöhung über mehrere Jahre bis 2015. Die erste Stufe beginnt am 1. Mai 2011 und ab 2012 jeweils zum 1. Januar bis zum Jahr 2015. Die Steuerhöhung bei einer Packung Zigaretten (19 Stück) wird jährlich bei ca. 4 bis 8 Cent liegen.

Mit diesen moderaten Steuererhöhungen soll verhindert werden, dass wie in der Vergangenheit geschehen, die Konsumenten bei drastischen Erhöhungen vermehrt auf legale Grenzeinkäufe oder geschmuggelte Ware zurückgreifen (siehe auch Stellungnahmen anlässlich der Anhörung im Finanzausschuss des Bundestages am 30. November 2010).