Veranstaltungen / DZV-Veranstaltungen / 03.11.2011 - DZV Branchentreffen

DZV Branchentreffen am 3. November 2011 in Berlin

Zweites DZV Branchentreffen: Gemeinsam an Herausforderung TPD arbeiten

Entwicklung gemeinsamer Standpunkte und bessere Vernetzung wichtig

Unter dem Thema „Arbeiten im Spannungsfeld zwischen Genuss und Regulierung“ fand am 3. November das zweite Branchentreff des Deutschen Zigarettenverbandes (DZV) statt.  In der Humbodtbox, dort wo früher das Berliner Stadtschloss stand, begrüßte Marianne Tritz, Geschäftsführerin des DZV, rund einhundert Gäste. Die fünf Mitgliedsunternehmen des Verbandes waren durch ihre Vorstände bzw. General Managern sowie die Mitarbeitern in den Arbeitskreisen vertreten. Daneben waren etliche Vertreter von Verbänden, Unternehmen, Interessengruppen und Politik in die Humboldtbox gekommen und nutzen den Abend zu einem intensiven Erfahrungsaustausch.

Hauptthema an diesem Abend waren die speziellen Herausforderungen, die durch die von EU geplante Änderung der Tabakproduktrichtlinie (TPD) bevorstehen.

Ad Schenk, General Manager BAT Deutschland, nutzte seine letzte Amtshandlung als DZV-Vorsitzender (bei den turnusmäßigen Neuwahlen am nächsten Morgen wurde Marcus T.R. Schmidt, General Manager von Reemtsma Imperial, zum Nachfolger gewählt), um die Ziele des DZV zu erläutern. „Die ganz großen Herausforderungen können wir nur dann bewältigen, wenn wir als Branche versuchen, gemeinsame Standpunkte zu entwickeln und in den politischen Prozess einzubringen“, erklärte Schenk. Schenk bezeichnete die intensive Beschäftigung mit dem TPD-Prozess als eine der größten Herausforderungen und zeigt sich dabei zuversichtlich, dass es gelinge, hierfür sinnvolle Ansätze zu entwickeln und sie in die Entscheidungsprozesse einzubringen.

Gastredner war Dr. Markus Kerber, Hauptgeschäftsführer des BDI. Er machte deutlich, dass sich die deutsche Industrie nur als Ganzes Gehör und Bedeutung im politischen Entscheidungsprozess verschaffen kann. Als 38. BDI-Mitglied gehört der DZV mit seinen produzierenden Unternehmen seit diesm Jahr zu dem Dachverband. Kerber setzte sich mit der aktuellen Wirtschaftslage und der Finanzkrise auseinander und hob dabei die Unsicherheitsfaktoren als Gefahr für die Wachstumsentwicklung hervor. Notwendig sei vor allem Zutrauen in die eigenen Wirtschaftsfähigkeiten. Mit Blick auf die Tabakbranche sieht Dr. Kerber in dem Einfluss gesellschaftlicher Entwicklungen durchaus Parallelen zu anderen Branchen, etwa dem Energiebereich. Als besorgniserregend sieht er die Entwicklung, dass Nebenparlamente immer stärker bestimmen würden, was für die Gesellschaft richtig sei und was falsch. Die Folge seien empfindliche Eingriffe in die Lebensgewohnheiten. So etwa bei der „Dekarbonisierung“ (weg von den fossilen Brennstoffen) der Energiebranche und der „Dehedonisierung“ (weg vom Genuss), die die Tabakbranche treffe. „Wir brauchen wieder Vernunft“, mahnte Dr. Kerber an und regte einen Anpassungsprozess an, ohne die Grundfreiheiten aufzugeben oder einzuschränken. Aus diesem Grund sei der BDI gegen überzogenen Verbraucherschutz innerhalb der EU wie auch in Deutschland. Einen solchen überzogenen Eingriff sieht Dr. Kerber z.B. in den EU-Vorschlägen für ein Plain Packaging (Einheitsverpackungen) bei Zigaretten. Allgemein plädierte der BDI-Hauptgeschäftsführer für eine Politik des Augenmaßes. So schlage das Pendel in der zuvor deregulierten Finanzindustrie jetzt zurück. Aber es sei deshalb nicht gleich sinnvoll, in allen anderen Bereichen ebenfalls die Regulierungsschrauben anzuziehen. Das sei extrem wachstumsgefährdend. Der BDI verstehe sich aus diesem Grund unter anderem auch als Kämpfer für den Bestand der wirtschaftlichen Freiheit.