Zigarettenpreise
Zusammensetzung des Zigarettenpreises in Deutschland
Der Preis einer Zigarette wird wesentlich durch den Steueranteil bestimmt. Der Steueranteil setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
- dem spezifischen Tabaksteuerbetrag
- dem proportionalen Tabaksteuerbetrag
- und der Mehrwertsteuer.
Der spezifische Teil ist ein fester Steuerbetrag pro Zigarette, der unabhängig vom Kleinverkaufspreis (gebundener Einzelhandelspreis) erhoben wird. Der proportionale Teil ist ein Prozentsatz vom Kleinverkaufspreis und stellt die preisabhängige Komponente dar.
Die derzeitige Tabaksteuerformel lautet:
8,27 Cent pro Zigarette + 24,66 % des Kleinverkaufspreises
(spezifischer Anteil) (proportionaler Anteil)
Dazu kommt die Mehrwertsteuer, die seit dem 1. Januar 2007 19 % des Nettopreises beträgt.
Zigaretten haben nach dem Tabaksteuergesetz eine generelle Preisuntergrenze und markenbezogen einen gebundenen Endverbraucherpreis. Sonderangebote bei Zigaretten oder Schnäppchenpreise sind also nicht möglich.
Der Kleinverkaufspreis besteht aus drei Faktoren:
- dem Staatsanteil, der sich aus Tabaksteuer und Mehrwertsteuer ergibt,
- dem Wirtschaftsanteil, der für die Industrie und den Handel übrig bleibt
- sowie dem Umweltanteil, der für die Entsorgung der Verpackung erhoben wird (z.B. „Grüner Punkt“).
In Deutschland werden unterschiedliche Preisklassen für Zigaretten angeboten. Die Preissegmente reichen von der Luxuspreisklasse bis hin zu den niedrigpreisigen Handelsmarken, die bei Lebensmitteldiscountern erworben werden können. Das Segment mit dem höchsten Marktanteil von 36,3 % (2008) hat die gehobene Konsumpreisklasse. In dieser Preisklasse kostet eine Packung Zigaretten derzeit im Schnitt 4,70 Euro/19 Stück. Diese Werte wurden für die Berechnung des Zigarettenpreises herangezogen.

Im Preis enthalten sind 2,73 Euro Tabaksteuer und 0,75 Euro Mehrwertsteuer. Der Steueranteil beträgt 74 %, während auf die Wirtschaft (Hersteller und Handel) lediglich 25 % entfallen. Die Aufteilung des Wirtschaftsanteils auf Hersteller und Handel variiert zwischen den Marken, durchschnittlich erhalten der Handel etwa ein Drittel, die Hersteller etwa zwei Drittel dieses Wirtschaftsanteils (siehe auch im Pdf-Menü: der Preis einer Zigarette verteilt sich). Für die Entsorgung der Packung müssen die Hersteller 0,1544 Cent pro Schachtel abgeben.
Entwicklung des Zigarettenpreises in Deutschland
Die Preise für Zigaretten sind seit den 70er Jahren enorm gestiegen.
Seit 2002 sind durch die fünf Tabaksteuererhöhungen sowie durch die Mehrwertsteuererhöhung am 1. Januar 2007 die Zigarettenpreise in die Höhe geschnellt. Kostete im Januar 2002 eine Schachtel Zigaretten 3,00 Euro/19 Stück (15,8 Cent/pro Zigarette), so muss man heute für das gleiche Produkt 4,70 Euro/19 Stück (24,7 Cent/ pro Zigarette) bezahlen. Am 1. Juni 2009 hat die Industrie ihre Zigarettenpreise zum ersten Mal seit 10 Jahren im Durchschnitt um 20 Cent erhöht. Im Juli 2009 wurde die Mindestgröße des Packungsinhaltes gesetzlich neu geregelt. Zukünftig müssen mindestens 19 Stück Zigaretten in einer Packung enthalten sein, dies hat jedoch keinen Effekt auf den Stückpreis.

Zigarettenpreise in Europa
Die Tabaksteuersätze in Europa sind sehr unterschiedlich. Die EU hat zwar bestimmte Kriterien für die Tabaksteuersätze festgelegt, doch einer europaweiten Harmonisierung steht u. a. das inhomogene Wirtschaftsniveau der Mitgliedsstaaten entgegen. Eine Annäherung unterliegt komplizierten Regelungen. Am teuersten sind die Zigaretten in Norwegen, Großbritannien und Irland, während sie in Osteuropa am preisgünstigsten sind. Seit der EU-Osterweiterung ist das Preisgefälle zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarländern Polen und Tschechien, aber auch zu den EU-Anrainerstaaten besonders augenfällig.
Seit der Öffnung der Grenzen hat der Reiseverkehr stark zugenommen. In Polen und Tschechien haben sich Grenzmärkte etabliert, die allerlei billige Waren, oft auch Produktfälschungen anbieten. Beim so genannten „Tanktourismus“, der durch die niedrigen Benzinpreise bedingt ist, werden dann neben Kleidung und Lebensmitteln auch die in Deutschland teureren Zigaretten in den Einkaufskorb gelegt. Die sehr hohe Preisdifferenz führt zur Ausweitung legaler, vor allem aber illegaler Importe. Aus den östlichen EU-Mitgliedsländern durften generell für den eigenen Bedarf legal nur 200 Stück Zigaretten pro Person zollfrei eingeführt werden. Diese Freimengenbegrenzungen werden nun sukzessive abgebaut. So können aus Tschechien und Slowenien seit dem 01.01.2008, aus Polen, der Slowakei und Ungarn seit dem 01.01.2009 legal 800 Stück Zigaretten eingeführt werden.
