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Versteuerter Zigarettenabsatz

Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes betrug 2016 der Absatz nach dem Netto-Bezug von Steuerzeichen für Zigaretten 75,0 Mrd Stück. Das waren 6,3 Mrd. Zigaretten (-7,7%) weniger als 2015.

Die Werte beruhen auf der Bestellung von Steuerzeichen für die Produktion und können nicht mit der Anzahl der tatsächlich an den Verbraucher verkauften Zigaretten gleichgesetzt werden. Die Differenz, die sich aus dem Bezug der Steuerzeichen und des Absatzes in den Handel ergeben, sind auf jahresübergreifende Faktoren des zugrundeliegenden Verbrauchsteuersystems zurückzuführen, wie dem vorzeitigen Bezug von Steuerzeichen. Die Steuerzeichenstatistik für das Jahr 2016 ist durch technische und fiskalische Sondereffekte im Zuge der Umsetzung der EU-Tabakprodukt-Richtlinie geprägt. Der Rückgang beim Zigarettenabsatz ist auf Vorzieheffekte im Zuge der Anhebung der Mindestpackungsgröße von 19 auf 20 Zigaretten am 1. Januar 2016 zurückzuführen. Die Hersteller hatten noch im Jahr 2015 19er Packungen vorproduziert und dafür Steuerzeichen bezogen, die dann erst im Folgejahr verkauft worden sind und damit nicht Eingang in die Statistik 2016 gefunden haben. Entsprechend geringer fiel der Bedarf an Steuerzeichen dann in 2016 aus.

Über den gesamten Zeitraum von 2002 bis 2016 ist der Absatz nach Steuerzeichenbezug  um knapp die Hälfte zurückgegangen (-48,3%). Eine wesentliche Ursache dieser Entwicklung waren die zahlreichen Tabaksteuererhöhungen der vergangenen Jahre: Im Zeitraum von 2002 bis 2005 wurde die Tabaksteuer insgesamt fünf Mal erhöht. Am 1. Januar 2002 und 2003 stieg die Tabaksteuer jeweils um 1 Cent/pro Zigarette. Mit den Einnahmen sollten Maßnahmen zur Anti-Terror Bekämpfung finanziert werden. Es folgten Tabaksteuererhöhungen im März und Dezember 2004 sowie im September 2005 um jeweils 1,2 Cent pro Zigarette. Diese dreimalige Erhöhung diente zur Finanzierung von Teilen der Gesundheitsstrukturreform. Die Folgen waren verschiedene Konsumverschiebungen:

  • Ausweichen auf günstigere Tabakprodukte (z.B. Feinschnitt, wie sog. Drehtabak)
  • Billigeinkäufe von legaler und illegaler Ware im Ausland
  • Zunahme des illegalen Zigarettenhandels im Inland (z.B. Straßenverkauf)

Ab 2011 folgte eine fünfstufige Tabaksteuererhöhung bis 2015. Die erwartenden Mehreinnahmen waren für die Konsolidierung des Staatshaushaltes vorgesehen. Die erste Stufe wurde zum 1. Mai 2011 umgesetzt. Es folgten dann jeweils zum 1. Januar weitere Erhöhungen bis zum Jahr 2015. Die Steuererhöhung bei einer Packung Zigaretten (19 Stück) sollte jährlich bei ca. 4 bis 8 Cent liegen. Mit diesen moderaten Steuererhöhungen wurde verhindert, dass wie in der Vergangenheit geschehen, die Konsumenten bei drastischen Erhöhungen vermehrt auf legale Grenzeinkäufe oder geschmuggelte Ware zurückgegriffen haben.