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Versteuerter Zigarettenabsatz

Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes betrug 2018 der Absatz nach dem Netto-Bezug von Steuerzeichen für Zigaretten  rund 74,4 Mrd. Stück. Das waren 1,9% weniger Zigaretten als 2017.

Die Werte beruhen auf der Bestellung von Steuerzeichen für die Produktion und können nicht mit der Anzahl der tatsächlich an den Verbraucher verkauften Zigaretten gleichgesetzt werden. Die Differenz, die sich aus dem Bezug der Steuerzeichen und des Absatzes in den Handel ergeben, sind auf jahresübergreifende Faktoren des zugrundeliegenden Verbrauchsteuersystems zurückzuführen, wie dem vorzeitigen Bezug von Steuerzeichen. Der Steuerzeichenbezug 2017 war im Vergleich zum Jahr davor leicht angestiegen, was auf Sondereffekte im Jahr 2015/2016 bei der Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie zurückzuführen war: die Mindestpackungsgröße wurde von 19 auf 20 Zigaretten zum Jahresbeginn 2016 angehoben und durch den Aufdruck von Schockbildern ab Mai 2016 gab es Vorproduktionsmengen, um die regulativen Maßnahmen fristgerecht umsetzen zu können.

Der leicht angestiegene Steuerzeichenbezug 2017 kann deshalb nicht direkt mit den Vorjahreswerten verglichen werden.  Die Produktionsmengen im Jahr 2018 hingegen waren durch keine regulatorischen Umstellungsfristen beeinflusst. Der leichte Rückgang beim Absatz  2018 im Vergleich zu 2017 war im Rahmen eines langfristigen Trends bezüglich des Zigarettenkonsums zu erwarten. Die Konsumenten haben auch nicht vermehrt auf nicht in Deutschland versteuerte Zigaretten zurückgegriffen. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt der Konsum der aus dem Ausland stammenden Zigaretten nahezu konstant auf gleichem Niveau.

Über den gesamten Zeitraum von 2002 bis 20178 ist der Absatz nach Steuerzeichenbezug um 70,7 Mrd. Zigaretten zurückgegangen (-48,7%). Eine wesentliche Ursache dieser Entwicklung waren in der Vergangenheit die zahlreichen Tabaksteuererhöhungen: Im Zeitraum von 2002 bis 2005 wurde die Tabaksteuer insgesamt fünf Mal erhöht. Am 1. Januar 2002 und 2003 stieg die Tabaksteuer jeweils um 1 Cent/pro Zigarette. Mit den Einnahmen sollten Maßnahmen zur Anti-Terror Bekämpfung finanziert werden. Es folgten Tabaksteuererhöhungen im März und Dezember 2004 sowie im September 2005 um jeweils 1,2 Cent pro Zigarette. Diese dreimalige Erhöhung diente zur Finanzierung von Teilen der Gesundheitsstrukturreform. Die Folgen waren verschiedene Konsumverschiebungen:

  • Ausweichen auf günstigere Tabakprodukte (z.B. Feinschnitt, wie sog. Drehtabak)
  • Billigeinkäufe von legaler und illegaler Ware im Ausland
  • Zunahme des illegalen Zigarettenhandels im Inland (z.B. Straßenverkauf)

Ab 2011 folgte eine fünfstufige Tabaksteuererhöhung bis 2015. Die erwartenden Mehreinnahmen waren für die Konsolidierung des Staatshaushaltes vorgesehen. Die erste Stufe wurde zum 1. Mai 2011 umgesetzt. Es folgten dann jeweils zum 1. Januar weitere Erhöhungen bis zum Jahr 2015. Die Steuererhöhung bei einer Packung Zigaretten (19 Stück) sollte jährlich bei ca. 4 bis 8 Cent liegen. Mit diesen moderaten Steuererhöhungen wurde verhindert, dass wie in der Vergangenheit geschehen, die Konsumenten bei drastischen Erhöhungen vermehrt auf legale Grenzeinkäufe oder geschmuggelte Ware zurückgegriffen haben.