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Versteuerter Zigarettenabsatz

Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes betrug 2017 der Absatz nach dem Netto-Bezug von Steuerzeichen für Zigaretten 75,8 Mrd Stück. Das waren 800 Mio. Zigaretten mehr als 2016 (+1,1%).

Die Werte beruhen auf der Bestellung von Steuerzeichen für die Produktion und können nicht mit der Anzahl der tatsächlich an den Verbraucher verkauften Zigaretten gleichgesetzt werden. Die Differenz, die sich aus dem Bezug der Steuerzeichen und des Absatzes in den Handel ergeben, sind auf jahresübergreifende Faktoren des zugrundeliegenden Verbrauchsteuersystems zurückzuführen, wie dem vorzeitigen Bezug von Steuerzeichen. Der Vorjahreswert war niedriger ausgefallen, da die Steuerzeichenstatistik für das Jahr 2016 von Sondereffekten im Zuge der Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie geprägt war. Der Rückgang beim Zigarettenabsatz war auf Vorzieheffekte beim Steuerzeichenbezug im Rahmen der Anhebung der Mindestpackungsgröße von 19 auf 20 Zigaretten zum Jahreswechsel 2015/2016 zurückzuführen. Zusätzlich gab es Vorproduktionsmengen, weil die Produktion durch den Aufdruck von Schockbildern bis Mai 2016 umgerüstet werden musste.

Der leicht angestiegene Steuerzeichenbezug 2017 kann deshalb nicht direkt mit den Vorjahreswerten verglichen werden. Aller Voraussicht wird dies erst mit den Absatzmengen 2018 sein. Weder für 2016 noch für 2017 können Aussagen getroffen werden, ob die Schockbilder sich auf das Konsumverhalten ausgewirkt haben, zumal alte Packungen ohne Schockbilder noch bis Mai 2017 im Handel abverkauft werden durften. Dennoch gibt es langfristig gesehen einen Konsumrückgang.

Über den gesamten Zeitraum von 2002 bis 2017 ist der Absatz nach Steuerzeichenbezug um 69,3 Mrd. Zigaretten zurückgegangen (-47,8%). Eine wesentliche Ursache dieser Entwicklung waren in der Vergangenheit die zahlreichen Tabaksteuererhöhungen: Im Zeitraum von 2002 bis 2005 wurde die Tabaksteuer insgesamt fünf Mal erhöht. Am 1. Januar 2002 und 2003 stieg die Tabaksteuer jeweils um 1 Cent/pro Zigarette. Mit den Einnahmen sollten Maßnahmen zur Anti-Terror Bekämpfung finanziert werden. Es folgten Tabaksteuererhöhungen im März und Dezember 2004 sowie im September 2005 um jeweils 1,2 Cent pro Zigarette. Diese dreimalige Erhöhung diente zur Finanzierung von Teilen der Gesundheitsstrukturreform. Die Folgen waren verschiedene Konsumverschiebungen:

  • Ausweichen auf günstigere Tabakprodukte (z.B. Feinschnitt, wie sog. Drehtabak)
  • Billigeinkäufe von legaler und illegaler Ware im Ausland
  • Zunahme des illegalen Zigarettenhandels im Inland (z.B. Straßenverkauf)

Ab 2011 folgte eine fünfstufige Tabaksteuererhöhung bis 2015. Die erwartenden Mehreinnahmen waren für die Konsolidierung des Staatshaushaltes vorgesehen. Die erste Stufe wurde zum 1. Mai 2011 umgesetzt. Es folgten dann jeweils zum 1. Januar weitere Erhöhungen bis zum Jahr 2015. Die Steuererhöhung bei einer Packung Zigaretten (19 Stück) sollte jährlich bei ca. 4 bis 8 Cent liegen. Mit diesen moderaten Steuererhöhungen wurde verhindert, dass wie in der Vergangenheit geschehen, die Konsumenten bei drastischen Erhöhungen vermehrt auf legale Grenzeinkäufe oder geschmuggelte Ware zurückgegriffen haben.