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LIP-Produkte - Zigaretten mit vermindertem Zündpotential

Was heißt LIP?

Die Bezeichnung „LIP“ steht für „Lower Ignition Propensity“ (auch: „RIP “ - Reduced Ignition Propensity“). Im Deutschen spricht man von „Zigaretten mit vermindertem Zündpotential“. LIP-Zigaretten wurden entwickelt, um das Risiko von Bränden durch achtlos abgelegte oder unbeaufsichtigt glimmende Zigaretten zu reduzieren.

In der Presse liest man oft fälschlicherweise von „brandsicheren“ oder „feuersicheren“ Zigaretten. Brand- oder feuersicher ist jedoch keine Zigarette, denn jeder brennende Gegenstand ist eine potenzielle Brandquelle.
 

Was sind LIP-Zigaretten?

Eine herkömmliche Zigarette wird, wenn man sie glimmend ablegt, in der Regel bis zu ihrem Ende abbrennen. Als schwache Hitzequelle kann sie dabei das Material, auf dem sie liegt, entzünden und somit einen Brand auslösen.
Durch Veränderungen des Zigarettenpapiers kann bei einem LIP-Produkt das Zündpotenzial vermindert werden.
Die von Zigarettenherstellern am häufigsten verwendete Technologie ist die Verstärkung des Zigarettenpapiers an zwei bis drei Stellen durch ringförmige Schwellen (sogenannte „Bänder“ oder „speed bumps“). Erreicht die Glut so ein Band, wird an dieser Stelle die Sauerstoffzufuhr verringert und der Verbrennungsprozess verlangsamt. Die Zigarette kann dann von selbst verlöschen.
 

Wann ist LIP auf den europäischen Markt gekommen?

Seit November 2011 bestimmt eine europäische Norm, wie Zigaretten auf ihre Brandsicherheit getestet werden. Das standardisierte Prüfverfahren und die Sicherheitsanforderungen des CEN (Comité Européen de Normalisation) sind in den technischen Normen EN 16156:2010 und EN ISO:12863 geregelt  und in den einzelnen Mitgliedsstaaten in die nationalen Normungswerke integriert. Der EU-Standard orientiert sich an dem US-amerikanischen Standard ASTM E2187 „Standard method for measuring the ignition strength of cigarettes“ von der American Society of Testing and Materials (ASTM).
 

Wie wird die Verlöschungseigenschaft einer Zigarette bestimmt?

Beim Brandsicherheitstest wird jeweils eine Zigarette entzündet und auf einen Stapel Filterpapier gelegt. Herkömmliche Zigaretten brennen in der Regel vollständig ab, während LIP-Zigaretten vorher verlöschen sollen.

Den Sicherheitsstandard erfüllen LIP-Zigaretten laut der Entscheidung der Europäischen Kommission, wenn in dem Prüfverfahren mindestens 75 Prozent der Zigaretten einer Versuchsgruppe nicht vollständig abbrennen, sondern vorher verlöschen. Bisher ist jedoch unklar, ob durch die Einführung von LIP-Zigaretten eine bedeutende Reduktion der durch Zigaretten verursachten Brände erreicht werden kann.
 

Seit wann und wo gibt es LIP-Zigaretten?

  • Bereits 1984 wurde in den USA experimentell an Lower Ignition Propensity (LIP)-Zigaretten in Zusammenarbeit des National Institute of Standards & Technology (NIST) und der Tabakindustrie gearbeitet.
  • Im Juli 2000 führte Philip Morris mit seiner Marke „Merit“ die erste LIP-Zigarette in den USA ein.
  • 2002 wurde unter der Schirmherrschaft der American Society of Testing and Materials (ASTM) eine Standardtestmethode veröffentlicht: die ASTM E 2187 „Standard method for measuring the ignition strength of cigarettes“.
  • Nach mehreren Anläufen in amerikanischen Bundesstaaten wurde im Jahr 2000 zunächst in New York ein Gesetz beschlossen, wonach nur noch Zigaretten erlaubt wurden, die den Brandschutzstandard der adaptierten ASTM erfüllen. Im Juni 2004 trat das Gesetz in Kraft.
  • Zum 01.01.2011 sind in allen Bundesstaaten der USA ähnliche Rechtsvorschriften in Kraft getreten.
  • Auch in Kanada dürfen seit Oktober 2005 nur noch Zigaretten verkauft werden, die die Vorgaben der ASTM-Testmethode (ASTM E2187-04) erfüllen.
  • Australien ist diesem Beispiel im März 2010 gefolgt und hat hierfür eine Standardtestmethode, die „Australian Standard Determination of the extinction propensity of cigarettes“ (AS 4830—2007 basierend auf der ASTM E2187-04) entwickelt, die im März 2007 veröffentlicht wurde.