THEMEN | Rauchen im Auto

Aufklärungskampagne zum Rauchen im Auto im Beisammensein von Kindern 

Im Herbst letzten Jahres hat die Bundesdrogenbeauftragte Mortler (CSU) ein Rauchverbot im Auto in Anwesenheit von Kindern in die politische Diskussion eingebracht. Sollte dieser Vorschlag jemals umgesetzt werden, würde der Staat erstmals in die Privatsphäre der Bürger mit einem Verbot zur Regulierung des Konsums von Genussmitteln eingreifen. Ein Präzedenzfall wäre geschaffen und zukünftige staatliche Einschränkungen in das Privatleben würden nicht lange auf sich warten lassen. Erst das Auto und bald die private Wohnung. Der Staat hat eine Informationspflicht, um über die Risiken des Rauchens aufzuklären. Diese erfüllt er bestens, denn mehr als 94 Prozent der Bürger sind nach einer Befragung des Deutschen Zigarettenverbandes durch Infratest Dimap über die Gefahren des Genussmittels Tabak gut oder sehr gut informiert. Die Drogenbeauftragte Mortler selbst stellt durch eine eigene Umfrage fest, dass lediglich 4 Prozent der Autofahrer im Beisammensein von Kindern im Auto rauchen. Ein verschwindend geringer Anteil, der einmal mehr bestätigt, dass Bürger in der Lage sind, eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen und Risiken erfolgreich abzuwägen.

 
Es darf wirklich angezweifelt werden, ob an dieser Stelle Regelungsbedarf besteht. Ein Verbot des Rauchens im Auto ist lediglich Symbolpolitik zu Lasten der Polizei. Anders als das Telefonieren im Auto ist das Rauchen nach einer Untersuchung der Allianzversicherung über Ablenkungsgefahren während einer Autofahrt ein sehr geringes Ablenkungsrisiko. Ein viel höheres Risiko stellen Radio hören, essen oder Gespräche im Auto dar.
 
Der Jugendschutz ist dem Deutschen Zigarettenverband und seinen Mitgliedsunternehmen sehr wichtig und die strikte Einhaltung des Jugendschutzgesetzes für umfangreiche Prävention und Aufklärung hat einen hohen Stellwert. Trotz des geringen Problems des Rauchens im Auto im Beisammensein des Kindes ist die Sensibilisierung der Eltern angebracht. Eine Aufklärungskampagne ist zielführender als ein symbolisches Verbot und erhöht gleichzeitig die Fahrsicherheit beim Autofahren. Damit könnten „zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden“.