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Schmuggel

Nicht in Deutschland versteuerte Zigaretten

2025 wurden 12,48 Mrd. Zigaretten in Deutschland geraucht, die nicht hier versteuert waren.
Das geht aus der aktuellen KPMG-Studie hervor, die jährlich die Mengen des legalen und illegalen Zigarettenkonsums in 38 Ländern in Europa schätzt Die Analyse des deutschen Marktes von KPMG basiert auch auf den Daten der Ipsos-Entsorgungsstudie, die den Anteil der Packungen nicht in Deutschland versteuerten Zigaretten auf 20,9 % am Gesamtkonsum aller in Deutschland gerauchten Zigaretten geschätzt hatte.

Die Ipsos-Entsorgungsstudie stellt den Kern für den KPMG-Report sowohl geographisch als auch in Hinblick auf die Stichprobengröße dar Die Schätzungen aus der Entsorgungsstudie basieren auf 161.000 gesammelten Zigarettenschachteln für das Jahr 2025. Deutschland liegt zentral in Europa und grenzt an Länder, wie Luxemburg, Polen und Tschechien mit deutlich niedriger Preisstruktur von Zigaretten So stammen aus diesen drei genannten Ländern 7,51 Mrd. Zigaretten. Das sind 60,2 % am Gesamtvolumen der nicht in Deutschland versteuerten Zigaretten.


Legale Einkäufe im Ausland

Von den 12,48 Mrd. nicht in Deutschland versteuerten Zigaretten entfielen 2025 insgesamt 10,56 Mrd. auf Zigaretten, die in anderen EU Mitgliedstaaten oder in bevorzugten Urlaubszielen der Deutschen versteuert oder als Duty-Free-Ware ganz unversteuert waren. Der legale Konsum aus dem Ausland ist von 2024 auf 2025 um 4 % zurückgegangen.

Laut KPMG-Studie entfielen:
•    5,22 Mrd. Zigaretten auf legale Einkäufe in Polen
•    1,35 Mrd. auf Tschechien
•    1,11 Mrd. auf Duty-Free
•    730 Mio. auf Luxemburg

Illegale Einkäufe und Fälschungen

Die KPMG-Studie geht davon aus, dass von den 12,48 Mrd. nicht in Deutschland versteuerten Zigaretten abzüglich der legalen Grenzeinkäufe 1,91 Mrd. geschmuggelt oder gefälscht waren. Der Anteil illegaler Zigaretten am deutschen Zigarettenmarkt stieg 2025 leicht auf 2,5 % (2024: 2,2 %; 2023: 2,1 %) und lag damit über dem Niveau der Jahre 2021 bis 2024, als das Volumen illegaler Zigaretten zwischen 1,59 Mrd. und 1,65 Mrd. Stück lag. Insgesamt bleibt der Anteil illegaler Zigaretten in Deutschland niedrig.

Im europäischen Vergleich zählt Deutschland damit weiterhin zu den Ländern mit einem geringen Anteil illegaler Zigaretten. In Frankreich lag dieser 2025 bei 41 %, im Vereinigten Königreich bei 32 %, in Belgien bei 25 % und in den Niederlanden bei 22 %.

Ein Teil der geschmuggelten Zigaretten stammte aus Ost- oder Südosteuropa:
•    aus Tschechien kamen 180 Mio. illegale Zigaretten
•    aus Bulgarien 170 Mio.
•    Rumänien 110 Mio.
•    aus Belarus 100 Mio.

Besonders auffällig ist der Anstieg gefälschter Zigaretten aus illegalen Produktionsstätten von 440 auf 610 Millionen Stück – ein Plus von 38,6 % gegenüber 2024.

Die Verlagerung illegaler Produktionskapazitäten in die EU und nach Westeuropa setzt sich fort. Organisierte kriminelle Gruppen produzieren zunehmend näher an ihren Absatzmärkten und nutzen dabei dezentrale Strukturen, bei denen Herstellung, Verpackung, Lagerung und Transport auf mehrere Standorte verteilt werden. Dadurch werden Lieferketten komplexer und die Strafverfolgung erschwert. OLAF berichtet von einer zunehmenden Nutzung von Lager- und Umschlagstandorten innerhalb der EU, über die Waren vor ihrer weiteren Verteilung geführt werden. Europol stellt ebenfalls fest, dass kriminelle Netzwerke Produktionsprozesse stärker aufteilen und sich dabei legaler Unternehmensstrukturen bedienen. Die Einbindung regulärer Handels- und Logistikabläufe erschwert die Identifizierung illegaler Warenströme und die Zuordnung einzelner Akteure innerhalb der kriminellen Netzwerke.

Die zunehmende Verlagerung der Produktion nach Europa spiegelt sich auch in den Ermittlungszahlen der Behörden wider: Im Jahr 2025 wurden nach KPMG europaweit 104 illegale Produktionsstätten ausgehoben und rund 429 Mio. Zigaretten sichergestellt. Die meisten aufgedeckten Produktionsstätten entfielen auf Polen und Belgien, während in Ungarn und Rumänien in den dort aufgedeckten Untergrundfabriken die höchsten Sicherstellungsmengen verzeichnet wurden. In Deutschland wurden 2025 drei illegale Produktionsstätten ausgehoben, in denen insgesamt rund 25 Mio. Zigaretten beschlagnahmt wurden.

 

Steuerschaden durch illegale Zigaretten

Die 1,91 Mrd. illegalen Zigaretten in Deutschland entsprechen -unter Annahme, dass alle diese Produkte in Deutschland tatsächlich legal gekauft worden wären- einem geschätzten Steuerschaden von 486 Millionen Euro in 2025 (Tabaksteuer + Mehrwertsteuer).

Zigarettenschmuggel ist kein Kavaliersdelikt

Zigarettenschmuggel ist weit mehr als ein geringfügiges Fehlverhalten. Er stellt eine zentrale Finanzierungsquelle der organisierten Kriminalität dar und bietet hohe Profite bei relativ geringem Risiko, entdeckt zu werden.

Bewusstsein von Konsumenten schärfen

Ein wesentlicher Faktor, der den illegalen Zigarettenmarkt begünstigt, ist die soziale Akzeptanz geschmuggelter Produkte. Je mehr Menschen solche Zigaretten konsumieren, desto stärker verfestigt sich in der Bevölkerung der Eindruck, ihr Erwerb sei eine harmlose oder folgenlose Alternative zum regulären Kauf. Dabei wird jedoch häufig übersehen, dass die Strukturen des illegalen Zigarettenhandels eng mit schweren Formen der organisierten Kriminalität verknüpft sind – darunter Menschenhandel, Drogenhandel und Geldwäsche. Wer illegale Zigaretten kauft, unterstützt damit ungewollt genau jene Netzwerke, die diese Verbrechen ermöglichen.

Maßnahmen zur Eindämmung des illegalen Konsums

Der Deutsche Zigarettenverband setzt sich für eine verhältnismäßige und harmonisierte Tabaksteuerpolitik in der EU ein. Unverhältnismäßig starke oder abrupt angehobene Mindestverbrauchsteuern wirken dagegen kontraproduktiv, da sie Preisunterschiede verschärfen und den illegalen Markt weiter stärken. Eine konsistente, planbare Steuerpolitik ist daher entscheidend, um illegale Beschaffungswege unattraktiv zu machen und dem Schwarzmarkt nachhaltig entgegenzuwirken.
Gleichzeitig sind internationale Kooperationen unverzichtbar. Das Anti‑Schmuggel‑Protokoll der WHO ist ein wichtiger Baustein, da es eine umfassende Überwachung der legalen Lieferkette (Track & Trace) vorsieht. Diese Instrumente stärken die Kontrolle über den regulären Markt – der Schwarzmarkt bleibt allerdings weitgehend unberührt, da er außerhalb legaler Strukturen operiert. Deshalb müssen solche Maßnahmen durch weitere Elemente ergänzt werden.

Zigarettenschmuggel konsequenter bekämpfen

Eine wirksame Bekämpfung des illegalen Zigarettenhandels gelingt nur durch eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Gesetzgebern, Strafverfolgungsbehörden und Herstellern. Der Deutsche Zigarettenverband spricht sich daher für folgende Schritte aus:

  • Stärkere Vernetzung der beteiligten Behörden: Intensivere Kooperation von Zoll, Europol, Grenz‑ und Bundespolizei, Landeskriminalämtern sowie lokalen Polizei- und Ordnungsbehörden, um kriminelle Strukturen frühzeitig zu erkennen und zu zerschlagen.
  • Schnellerer und strukturierter Informationsaustausch zwischen Industrie und Behörden: Besonders bei Hinweisen zu Beschlagnahmungen, illegalen Produktionsstätten oder verdächtigen Lieferketten sowie Markenrechtsverletzungen sollten Daten zeitnah ausgetauscht werden, um Ermittlungserfolge zu beschleunigen.
  • Konsequente Verfolgung illegaler Verkaufsaktivitäten im öffentlichen Raum: Intensivere Kontrollen und spürbare Sanktionen erschweren den offenen Vertrieb geschmuggelter Produkte und entziehen dem Schwarzmarkt wichtige Absatzkanäle.
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