Zahlen & Fakten / Zigarettenpreise

Zigarettenpreise

Zusammensetzung des Zigarettenpreises in Deutschland

Der Preis einer Zigarette wird wesentlich durch den Steueranteil bestimmt. Der Steueranteil setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

  • dem spezifischen Tabaksteuerbetrag
  • dem proportionalen Tabaksteuerbetrag
  • und der Mehrwertsteuer.

Der spezifische Teil ist ein fester Steuerbetrag pro Zigarette, der unabhängig vom Kleinverkaufspreis (gebundener Einzelhandelspreis) erhoben wird. Der proportionale Teil ist ein Prozentsatz vom Kleinverkaufspreis und stellt die preisabhängige Komponente dar.

Die derzeitige Tabaksteuerformel vom 01.01.2012 bis zum 31.12. 2012 lautet:

         9,26 Cent pro Zigarette   +  21,87 % des Kleinverkaufspreises

            (spezifischer Anteil)                    (proportionaler Anteil)

Dazu kommt die Mehrwertsteuer, die seit dem 1. Januar 2007 19 % des Nettopreises beträgt.
Zigaretten haben nach dem Tabaksteuergesetz eine generelle Preisuntergrenze und markenbezogen einen gebundenen Endverbraucherpreis. Sonderangebote bei Zigaretten oder Schnäppchenpreise sind also nicht möglich.

Der Kleinverkaufspreis besteht aus drei Faktoren:

  • dem Steueranteil, der sich aus Tabaksteuer und Mehrwertsteuer ergibt,
  • dem Wirtschaftsanteil, der für die Industrie und den Handel übrig bleibt
  • sowie dem Umweltanteil, der für die Entsorgung der Verpackung erhoben wird (z.B. „Grüner Punkt“).

In Deutschland werden unterschiedliche Preisklassen für Zigaretten angeboten. Die Preissegmente reichen von der Luxuspreisklasse bis hin zu den niedrigpreisigen Handelsmarken, die bei Lebensmitteldiscountern erworben werden können. Das Segment mit dem höchsten Marktanteil von 43,5 % (2010) ist die Premiumpreislage. In dieser Preisklasse kostet eine Packung Zigaretten derzeit im Schnitt 5,00 Euro/19 Stück. Diese Werte wurden für die Berechnung des Zigarettenpreises herangezogen.

 

 Im Preis enthalten sind 2,85 Euro Tabaksteuer und 0,80 Euro Mehrwertsteuer. Der Steueranteil beträgt 73 %, während auf die Wirtschaft (Hersteller und Handel) lediglich 27 % entfallen. Die Aufteilung des Wirtschaftsanteils auf Hersteller und Handel variiert zwischen den Marken, durchschnittlich erhalten der Handel etwa ein Drittel, die Hersteller etwa zwei Drittel dieses Wirtschaftsanteils (siehe auch im Pdf-Menü: der Preis einer Zigarette verteilt sich). Für die Entsorgung der Packung müssen die Hersteller 0,1544 Cent pro Schachtel abgeben.


Entwicklung des Zigarettenpreises in Deutschland

Das Fünfte Gesetz zur Änderungen von Verbrauchsteuergesetzen vom 21. Dezember 2010 sieht in einem Zeitraum von fünf Jahren ab 2011 für jedes Jahr moderate Tabaksteuererhöhungen vor. Bei der ersten Stufe im Mai 2011 stiegen die Preise durchschnittlich um 20 Cent pro Packung. Ab dem 1. Januar 2012 ist die zweite Stufe der Tabaksteuererhöhung wirksam geworden. Im Schnitt wurden die Preise deshalb zum Januar von den meisten Zigarettenherstellern um 10 Cent erhöht. Bereits seit 2002 sind durch die fünf Tabaksteuererhöhungen sowie durch die Mehrwertsteuererhöhung am 1. Januar 2007 die Zigarettenpreise in die Höhe geschnellt.
Am 1. Juni 2009 hatte die Industrie ihre Zigarettenpreise zum ersten Mal seit 10 Jahren um 20 Cent erhöht. Im Juli 2009 wurde die Mindestgröße des Packungsinhaltes gesetzlich neu geregelt. Seitdem müssen mindestens 19 Stück Zigaretten in einer Packung enthalten sein, dies hatte jedoch keinen Effekt auf den Stückpreis.
Kostete im Januar 2002 eine Schachtel Zigaretten in der Premiumpreislage 3,00 Euro/19 Stück, so muss man heute für das gleiche Produkt 5,00 Euro/19 Stück bezahlen.


 


Zigarettenpreise in Europa

Die Tabaksteuersätze in Europa sind sehr unterschiedlich. Die EU hat zwar bestimmte Kriterien für die Tabaksteuersätze festgelegt, doch einer europaweiten Harmonisierung steht u. a. das inhomogene Wirtschaftsniveau der Mitgliedsstaaten entgegen. Eine Annäherung unterliegt komplizierten Regelungen. Am teuersten sind die Zigaretten in Norwegen, Großbritannien und Irland, während sie in Osteuropa am preisgünstigsten sind. Seit der EU-Osterweiterung ist das Preisgefälle zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarländern Polen und Tschechien, aber auch zu den EU-Anrainerstaaten besonders augenfällig.

Seit der Öffnung der Grenzen hat der Reiseverkehr stark zugenommen. In Polen und Tschechien haben sich Grenzmärkte etabliert, die allerlei billige Waren, oft auch Produktfälschungen anbieten. Beim so genannten „Tanktourismus“, der durch die niedrigen Benzinpreise bedingt ist, werden dann neben Kleidung und Lebensmitteln auch die in Deutschland teureren Zigaretten in den Einkaufskorb gelegt. Die sehr hohe Preisdifferenz führt zur Ausweitung legaler, vor allem aber illegaler Importe. Aus den östlichen EU-Mitgliedsländern durften generell für den eigenen Bedarf legal nur 200 Stück Zigaretten pro Person zollfrei eingeführt werden. Diese Freimengenbegrenzungen werden nun sukzessive abgebaut. So können aus Tschechien und Slowenien seit dem 01.01.2008, aus Polen, der Slowakei und Ungarn seit dem 01.01.2009 legal 800 Stück Zigaretten eingeführt werden.