Versteuerter Zigarettenabsatz

Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes betrug 2020 der Absatz nach dem Netto-Bezug von Steuerzeichen für Zigaretten rund 73,8 Mrd. Stück. Das waren 1,1% weniger Zigaretten als 2019.

Die Werte beruhen auf der Bestellung von Steuerzeichen für die Produktion und können nicht mit der Anzahl der tatsächlich an den Verbraucher verkauften Zigaretten gleichgesetzt werden. Die Differenz, die sich aus dem Bezug der Steuerzeichen und des Absatzes in den Handel ergeben, sind auf jahresübergreifende Faktoren des zugrundeliegenden Verbrauchsteuersystems zurückzuführen, wie dem vorzeitigen Bezug von Steuerzeichen. Der Steuerzeichenbezug von Zigaretten war 2020 leicht rückläufig, dafür stieg der Absatz von Feinschnitt zum Selberdrehen oder Selberstopfen um 10,6% an. 2020 wurden 26 328 Tonnen Feinschnitt versteuert. 2019 waren es 23 813 Tonnen. Durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie achten viele Verbraucher mehr auf ihre finanzielle Situation. Ein Teil der Konsumenten ist auf den billigeren Feinschnitt ausgewichen.

Der Zigarettenabsatz nach Steuerzeichenbezug geht seit Jahren zurück. 2002 wurden noch 145,1 Mrd. Zigaretten versteuert. ImVergleich von 2002 zu 2020 ist der Absatz um fast die Hälfte zurückgegangen. -49,1%). Eine wesentliche Ursache dieser Entwicklung waren in der Vergangenheit die zahlreichen Tabaksteuererhöhungen: Im Zeitraum von 2002 bis 2005 wurde die Tabaksteuer insgesamt fünf Mal erhöht. Am 1. Januar 2002 und 2003 stieg die Tabaksteuer jeweils um 1 Cent/pro Zigarette. Mit den Einnahmen sollten Maßnahmen zur Anti-Terror Bekämpfung finanziert werden. Es folgten Tabaksteuererhöhungen im März und Dezember 2004 sowie im September 2005 um jeweils 1,2 Cent pro Zigarette. Diese dreimalige Erhöhung diente zur Finanzierung von Teilen der Gesundheitsstrukturreform. Die Folgen waren verschiedene Konsumverschiebungen:

  • Ausweichen auf günstigere Tabakprodukte (z.B. Feinschnitt, wie sog. Drehtabak)
  • Billigeinkäufe von legaler und illegaler Ware im Ausland
  • Zunahme des illegalen Zigarettenhandels im Inland (z.B. Straßenverkauf)

Ab 2011 folgte eine fünfstufige Tabaksteuererhöhung bis 2015. Die erwartenden Mehreinnahmen waren für die Konsolidierung des Staatshaushaltes vorgesehen. Die erste Stufe wurde zum 1. Mai 2011 umgesetzt. Es folgten dann jeweils zum 1. Januar weitere Erhöhungen bis zum Jahr 2015. Die Steuererhöhung bei einer Packung Zigaretten (19 Stück) sollte jährlich bei ca. 4 bis 8 Cent liegen. Mit diesen moderaten Steuererhöhungen wurde verhindert, dass wie in der Vergangenheit geschehen, die Konsumenten bei drastischen Erhöhungen vermehrt auf legale Grenzeinkäufe oder geschmuggelte Ware zurückgegriffen haben.

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