Versteuerter Zigarettenabsatz


Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes betrug 2019 der Absatz nach dem Netto-Bezug von Steuerzeichen für Zigaretten rund 74,4 Mrd. Stück. Das waren 0,3% mehr Zigaretten als 2018.

Die Werte beruhen auf der Bestellung von Steuerzeichen für die Produktion und können nicht mit der Anzahl der tatsächlich an den Verbraucher verkauften Zigaretten gleichgesetzt werden. Die Differenz, die sich aus dem Bezug der Steuerzeichen und des Absatzes in den Handel ergeben, sind auf jahresübergreifende Faktoren des zugrundeliegenden Verbrauchsteuersystems zurückzuführen, wie dem vorzeitigen Bezug von Steuerzeichen. Der Steuerzeichenbezug 2019 war im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen, um Produktionsrückstände durch die Einführung eines Rückverfolgungssystems für Tabakwaren entlang der Lieferkette auszugleichen. Seit dem 20.05. 2019 dürfen Zigaretten- und Feinschnittpackungen gemäß der EU-Tabakproduktrichtlinie nur noch mit einem Packungscode und einem fälschungssicherem Sicherheitsmerkmal hergestellt werden. Diese Maßnahme soll den Schmuggel von Zigaretten eindämmen.

Der Absatz nach Steuerzeichenbezug ist im Vergleich von 2002 zu 2019 um 70,5 Mrd. Zigaretten zurückgegangen (-48,6%). Eine wesentliche Ursache dieser Entwicklung waren in der Vergangenheit die zahlreichen Tabaksteuererhöhungen: Im Zeitraum von 2002 bis 2005 wurde die Tabaksteuer insgesamt fünf Mal erhöht. Am 1. Januar 2002 und 2003 stieg die Tabaksteuer jeweils um 1 Cent/pro Zigarette. Mit den Einnahmen sollten Maßnahmen zur Anti-Terror Bekämpfung finanziert werden. Es folgten Tabaksteuererhöhungen im März und Dezember 2004 sowie im September 2005 um jeweils 1,2 Cent pro Zigarette. Diese dreimalige Erhöhung diente zur Finanzierung von Teilen der Gesundheitsstrukturreform. Die Folgen waren verschiedene Konsumverschiebungen:

  • Ausweichen auf günstigere Tabakprodukte (z.B. Feinschnitt, wie sog. Drehtabak)
  • Billigeinkäufe von legaler und illegaler Ware im Ausland
  • Zunahme des illegalen Zigarettenhandels im Inland (z.B. Straßenverkauf)

Ab 2011 folgte eine fünfstufige Tabaksteuererhöhung bis 2015. Die erwartenden Mehreinnahmen waren für die Konsolidierung des Staatshaushaltes vorgesehen. Die erste Stufe wurde zum 1. Mai 2011 umgesetzt. Es folgten dann jeweils zum 1. Januar weitere Erhöhungen bis zum Jahr 2015. Die Steuererhöhung bei einer Packung Zigaretten (19 Stück) sollte jährlich bei ca. 4 bis 8 Cent liegen. Mit diesen moderaten Steuererhöhungen wurde verhindert, dass wie in der Vergangenheit geschehen, die Konsumenten bei drastischen Erhöhungen vermehrt auf legale Grenzeinkäufe oder geschmuggelte Ware zurückgegriffen haben.

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