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Zigarettenpreise

Der Kleinverkaufspreis besteht aus drei Faktoren:

  • dem Steueranteil, der sich aus Tabaksteuer und Mehrwertsteuer ergibt,
  • dem Wirtschaftsanteil, der für die Industrie und den Handel übrig bleibt
  • sowie dem Umweltanteil, der für die Entsorgung der Verpackung erhoben wird (z.B. „Grüner Punkt“).

In Deutschland werden unterschiedliche Preisklassen für Zigaretten angeboten. Die Preissegmente reichen von der Luxuspreisklasse bis hin zu den niedrigpreisigen Handelsmarken, die bei Lebensmitteldiscountern erworben werden können. Als Beispiel für die Berechnung  wird  ein Zigarettenpreis von 5,20 Euro/19 Stück herangezogen.

 

Im Preis enthalten sind 2,96 Euro Tabaksteuer und 0,83 Euro Mehrwertsteuer. Der gesamte Steueranteil beträgt 72,9 %, während auf die Wirtschaft (Hersteller und Handel) lediglich 27,1 % entfallen. Die Aufteilung des Wirtschaftsanteils auf Hersteller und Handel variiert zwischen den Marken, durchschnittlich erhalten der Handel etwa ein Drittel, die Hersteller etwa zwei Drittel dieses Wirtschaftsanteils (siehe auch im Pdf-Menü: der Preis einer Zigarette verteilt sich). Für die Entsorgung der Packung müssen die Hersteller 0,1544 Cent pro Schachtel abgeben.

Zusammensetzung des Zigarettenpreises in Deutschland

Der Preis einer Zigarette wird wesentlich durch den Steueranteil bestimmt. Der Steueranteil setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

  • dem spezifischen Tabaksteuerbetrag
  • dem proportionalen Tabaksteuerbetrag
  • und der Mehrwertsteuer.

Der spezifische Teil ist ein fester Steuerbetrag pro Zigarette, der unabhängig vom Kleinverkaufspreis (gebundener Einzelhandelspreis) erhoben wird. Der proportionale Teil ist ein Prozentsatz vom Kleinverkaufspreis und stellt die preisabhängige Komponente dar.

Die derzeitige Tabaksteuerformel vom 01.01.2014 bis zum 31.12. 2014 lautet:

         9,63 Cent pro Zigarette   +  21,74 % des Kleinverkaufspreises

            (spezifischer Anteil)                    (proportionaler Anteil)

Dazu kommt die Mehrwertsteuer von 19 % des Nettopreises.
Zigaretten haben nach dem Tabaksteuergesetz eine generelle Preisuntergrenze und markenbezogen einen gebundenen Endverbraucherpreis. Sonderangebote bei Zigaretten oder Schnäppchenpreise sind also nicht möglich.


Entwicklung des Zigarettenpreises in Deutschland

Kostete im Januar 2002 eine Schachtel Zigaretten in der Premiumpreislage 3,00 Euro/19 Stück, so muss man heute für das gleiche Produkt 5,20 Euro/19 Stück bezahlen. Die Preiserhöhungen zwischen 2002 bis 2007 gehen auf fünf Tabaksteuererhöhungen sowie die Mehrwertsteuererhöhung am 1. Januar 2007 zurück. Am 1. Juni 2009 erhöhte die Industrie ihre Zigarettenpreise zum ersten Mal seit 10 Jahren um 20 Cent. Im Juli 2009 wurde die Mindestgröße des Packungsinhaltes gesetzlich neu geregelt. Seitdem müssen mindestens 19 Zigaretten in einer Packung enthalten sein, dies hatte jedoch keinen Effekt auf den Stückpreis.

Das Fünfte Gesetz zur Änderungen von Verbrauchsteuergesetzen vom 21. Dezember 2010 sieht in einem Zeitraum von fünf Jahren ab 2011 für jedes Jahr moderate Tabaksteuererhöhungen vor. Bei der ersten Stufe im Mai 2011 stiegen die Preise durchschnittlich um 20 Cent pro Packung.  In der zweiten Stufe ab dem 1. Januar 2012  um 10 Cent. Bei der dritten Stufe ab 1. Januar 2013 haben viele Hersteller  die Steuerhöhung nicht überwälzt, sondern erst ab Juni die Preise angepaßt. Auch bei der 4. Stufe zum 1. Januar 2014 haben bisher nicht alle Hersteller die Steuererhöhung an die Verbraucher weitergegeben.


 


Zigarettenpreise in Europa

Die Tabaksteuersätze in Europa sind sehr unterschiedlich. Die EU hat zwar bestimmte Kriterien für die Tabaksteuersätze festgelegt, doch einer europaweiten Harmonisierung steht u. a. das inhomogene Wirtschaftsniveau der Mitgliedsstaaten entgegen. Am teuersten sind die Zigaretten in Norwegen, Großbritannien und Irland, während sie in Osteuropa am günstigsten sind. Das Preisgefälle zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarländern Polen und Tschechien, aber auch zu den EU-Anrainerstaaten ist besonders groß.

Seit der Öffnung der Grenzen nach Polen und Tschechien hat der Reiseverkehr stark zugenommen.Vor allem die niedrigen Benzinpreise ziehen sogenannte "Tanktouristen" an. In Polen und Tschechien haben sich zudem Grenzmärkte etabliert, die allerlei billige Waren, oft auch Produktfälschungen anbieten, darunter Kleidung, Lebensmitteln und Zigaretten. Die sehr hohe Preisdifferenz hat zur Ausweitung legaler, vor allem aber illegaler Importe geführt. Aus anderen EU-Ländern dürfen generell bis zu 800 Zigaretten für den Eigenbedarf mitgebracht werden. Ausführliche Informationen auf www.zoll.de